Kürzlich fand ein öffentlicher Vortrag zum Thema „Pilzbestimmung“ beim Vereinsabend der Pilzfreunde Landshut e.V. statt. Herr Georg Probst...
Zunächst drehte sich alles um Röhrlinge zu denen auch der Steinpilz gehört. Herr Probst erläuterte, dass man auch beim Sammeln von Röhrlingen umsichtig sein muss, da es in dieser Gattung auch einige giftige Exemplare gibt. Wenn man sich die Pilze aber ganz genau anschaut und sich am Bestimmungsschlüssel orientiert, kann man sich schon sehr gut auf das ein oder andere Exemplar festlegen. Essenziell hierbei ist sich immer den ganzen Pilz anzuschauen, vom Hut bis zum Stielende. Schon an der Hutoberfläche kann man Unterschiede erkennen. Der Butterpilz hat nach regnerischen Tagen eine schleimige Hutoberfläche während der Hexenröhrling einen eher samtigen Hut aufweist. Die Röhren auf der Unterseite des Hutes können die unterschiedlichsten Farben haben. Zudem sollte man unbedingt auch den Stiel in den Fokus nehmen. Während der Steinpilz immer ein weißes Netz auf dem Stiel hat, besitzt sein Verwechslungspartner, der Gallenröhrling ein braunes Stielnetz. Es gibt auch Röhrlinge, die blau anlaufen sobald man diese durchschneidet oder beim Berühren der Pilzoberfläche. Dies ist beispielsweise bei den allseits bekannten Maronen der Fall. Die gelben Röhren blauen auf Nachdruck. Des Weiteren müssen Pilzesammler unbedingt auf den Geruch des Pilzes achten. Dies ist außerdem unabdingbar, wenn man Lamellenpilze, zu denen auch Champignons gehören, sammelt. Der giftige Karbolegerling wird oft mit essbaren Champignons verwechselt. Grund hierfür sind unter anderem, dass der unangenehme Geruch des Giftegerlings nicht ausreichend geprüft wird und die Pilze einfach abgeschnitten werden, obwohl sich an der Stielbasis weitere wichtige Erkennungsmerkmale, wie die gelbliche Stielbasis beim Karbolchampignon befinden. Bei Lamellenpilzen ist die Beschaffenheit und Anordnung der Lamellen relevant für die Bestimmung. Ein weiteres Hilfsmittel ist es den Pilz aussporen zu lassen in dem man ihn mit den Lamellen nach unten auf ein Stück Papier legt und nach wenigen Tagen den Sporenabdruck auf dem Blatt erkennt. Die Farbe der Sporen trägt ebenso zur Benennung des Pilzes bei. Von großer Bedeutung ist die Knollenform. Diese kann rübenartig wie beim essbaren Perlpilz sein oder aber auch wie in eine Socke gesteckt aussehen. Dies ist beim tödlich giftigen Pantherpilz der Fall, der mit dem Perlpilz verwechselt werden kann wenn man nicht alle Merkmale kennt und prüft. Natürlich können Pilze auch mikroskopisch bestimmt werden.
Bei manchen ist eine mikroskopische Untersuchung unabdingbar, um hundert Prozentig sicher zu sein. Neben den Röhrlingen und Lamellenpilzen gibt es auch Stachelinge, Becherlinge und Schlauchpilze. Die Letzteren sind zur Zeit besonders interessant, da sie gerade saisonbedingt wachsen. Zu Ihnen gehören die Morcheln. Ihre Sporen werden in einem Schlauch gebildet, daher der Name Schlauchpilze. Auch hier sollte man Vorsicht wahren, dass man sie nicht etwa mit der giftigen Frühjahrslorchel verwechselt.
Es ist obligatorisch sich immer mit allen Bestimmungsmerkmalen vertraut zu machen und im Zweifelsfall empfehlen wir dringend einen fachkundigen Pilzberater oder Pilzsachverständigen hinzuzuziehen.
Denn man kann alle Pilze essen, manche aber nur einmal.
"Kochen mit Pilzen“ lautete das Thema des Vortrages von Laura Schmidbaur, der kürzlich im Gasthof Betz in Oberglaim zu sehen war.
